Saldosteuersatzmethode

Eine vereinfachte MWST-Methode, auf Gesuch bei der ESTV, bei der ein fester Branchensatz auf den Bruttoumsatz angewendet wird, statt die Vorsteuer gesondert abzuziehen.

Bedingungen: ein Jahresumsatz aus steuerbaren Leistungen von höchstens CHF 5 024 000 inklusive MWST und eine Steuerschuld von höchstens CHF 108 000 pro Jahr. Wegen dieser Steuergrenze liegt die Umsatzgrenze bei den höheren Sätzen tiefer, zum Beispiel bei rund CHF 1,59 Mio. beim Satz von 6,8%.

Es gibt zehn Saldosteuersätze, nach Branchen festgelegt, von 0,1% bis 6,8% (2026). Jeder soll die Vorsteuer annähern, die ein typisches Unternehmen der Branche zurückfordern würde. Abgerechnet wird halbjährlich statt vierteljährlich, was die wesentliche administrative Entlastung ausmacht.

Auf Rechnungen steht weiterhin der gesetzliche Satz von 8,1%, nicht der Saldosteuersatz. Nicht zu verwechseln mit der Pauschalsteuersatzmethode, die Gemeinwesen und verwandten Einrichtungen vorbehalten ist, darunter Vereinen und Stiftungen.

Vergleichbar im Ausland: das britische Flat Rate Scheme, das ebenfalls einen Branchenprozentsatz auf den Umsatz inklusive MWST anwendet, statt die Vorsteuer abzuziehen. Trotz des ähnlichen Namens entspricht es nicht der Schweizer Pauschalsteuersatzmethode.

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